Tipps&Tricks für erfolgreiche Kommunikation

Gestalten Sie Ihre Briefe

Die letzten Beiträge standen ganz im Zeichen der Textgestaltung. Eine besondere Textform ist der Brief: Auch in Zeiten von E‑Mail und SMS geschieht ein Grossteil der Kommunikation per Post. Gerade wenn Sie als Geschäftsfrau/Geschäftsmann Ihren potenziellen Kundinnen und Kunden ein Angebot mittels einer hübschen Broschüre beliebt machen wollen, sind Briefe (oder Neudeutsch: Mailings) das gewählte Mittel.

Gerade bei solchen Schreiben ist die Gestaltung – neben der verständlichen, ansprechenden Sprache – von grosser Wichtigkeit. Soll Ihr Brief nicht ungelesen im Abfall landen, muss er 3 Punkte erfüllen:

    1.   Eine A4-Seite – nicht mehr

Ein Brief soll, wenn irgend möglich, auf einer A4‑Seite Platz finden – inklusive Absender- und Empfängeradresse, Unterschrift und PS. Erfahrungsgemäss bleibt Ihnen somit knapp eine halbe Seite für den eigentlichen Brieftext. Auch bei Briefen gilt: In der Kürze liegt die Würze.

Der Brief bietet somit nur Platz für das Nötigste: die Hauptbotschaft und die Einladung, mit Ihnen als Absender*in Kontakt aufzunehmen, falls das Angebot interessiert. Alles Weitere – Detail- und Hintergrundinformationen – gehört in die Beilage. Der Brieftext entscheidet, ob sich die angeschriebene Person tiefer mit dem Angebot auseinandersetzen wird.

    2.   Logische Gliederung in Absätze

Gerade Briefe, deren Absender man nicht persönlich kennt, werden oft in Eile überflogen. Steckt Ihre Hauptbotschaft irgendwo tief in einer Bleiwüste, wird sie mit grosser Wahrscheinlichkeit übersehen. Auch Briefe sind deshalb gezielt zu gestalten, so dass sie gerne gelesen werden: mit klar getrennten Abschnitten und genügend Luft.

    3.   Die Botschaft auf einen Blick

Wie bei Artikeln und Medienmitteilungen gehört die Hauptbotschaft zwingend ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt: als gut sichtbares «Betreff» oberhalb der Anrede. Auf das Wort «Betreff» können Sie getrost verzichten – Hauptsache, er sticht durch Schriftgrösse und ‑schnitt («fett») ins Auge. Wie eine Schlagzeile soll dieser Betreff animieren, den Brief zu lesen. Deshalb gelten für das «Betreff» eines Briefes dieselben Regeln wir für einen Titel.

Ein so gestalteter Brief ist sicher ein guter Türöffner für eine künftige Geschäftsbeziehung. Übrigens: Auch Rechnungen und Mahnungen gehören zu den Briefen. Da diese meist allein wegen der Zahlen keine sehr angenehmen Botschaften beinhalten, ist eine übersichtliche Gestaltung umso wichtiger. Denn bestehende Kundinnen und Kunden möchten Sie ja behalten. Eine verständliche Sprache und eine übersichtliche Auflistung der in Rechnung gestellten Kosten kann eine negative Reaktion abfedern.

Tipps&Tricks für erfolgreiche Kommunikation

Mut zur Luft

Wer möchte, dass sein Text möglichst nicht gelesen wird, gestaltet ihn insbesondere mittels zweier Dinge:

  • sehr kleine Schrift
  • dicht gedrängter Text

Sie alle haben sicher auch schon Beispiele solcher Texte «genossen» – beispielsweise die Allgemeinen Geschäftsbedingungen Ihrer Versicherung…?

Schicken Sie Ihr Publikum nicht in die Bleiwüste

Dicht gedrängter, klein gedruckter Text liest sich schwer – mit zunehmender Alterweitsichtigkeit sowieso. Im Fachjargon spricht man von «Bleiwüste»: Je dichter der Text, desto mehr Buchstaben aus Blei mussten früher gesetzt werden. Auch auf Computern gedruckte, dicht gedrängte Texte fühlen sich bleischwer an – die Bleiwüste bleibt somit der passende Begriff.

Sehr viel angenehmer zu lesen und auch auf den ersten Blick ansprechender sind Dokumente, die nicht bis zum äussersten Rand bedruckt sind und auch zwischen den Abschnitten freien Raum lassen.

Erst mit der Luft entwickeln Zwischentitel & Co. ihre Wirkung

Wenn Sie Ihren Text wie empfohlen mittels Titel, Zwischentitel, Abschnitten, Kasten und Aufzählungen gegliedert haben, so machen Sie dies mittels genügender Zwischenräume deutlich sichtbar. Sie werden sehen: Ihr Text wirkt sofort einladender – er schreckt nicht mehr ab wie die AGB Ihrer Versicherungsgesellschaft.

In der Kommunikationsbranche spricht man von «Luft geben» oder «luftig gestalten». Diesen Ausdruck finde ich sehr passend: Meinerseits spüre ich jeweils richtiggehend, wie meine Augen «tief Luft holen», wenn aus einer Bleiwüste ein luftig gestalteter Text wurde.

Mehr Luft – weniger Buchstaben!

Selbstverständlich führen breitere Blattränder und grössere Abstände zwischen den Absätzen dazu, dass der mit Wörtern zu füllende Raum kleiner wird. Dies zwingt Sie einmal mehr, sich kurz zu fassen. Denn der Trick mit der kleineren Schrift ist eben ein fauler – insbesondere wenn Ihr Zielpublikum über 45 Jahre alt ist.

Tipps&Tricks für erfolgreiche Kommunikation

Mehr Übersicht dank Aufzählungen und Kasten

Oft braucht es Details und Zahlen, um ein komplexes Thema verständlich zu machen. Wer diese in den Text einbaut, riskiert aber dreierlei: Der Text

  • wird zu lang
  • enthält zu viele Zahlen (siehe früheren Beitrag)
  • liest sich nicht mehr flüssig

Gewiss lohnt es sich immer, kritisch zu prüfen, ob man die Details und Zahlen nicht zumindest teilweise weglassen kann. Für jene Zahlen und Details, die unverzichtbar sind, um die Thematik zu verstehen und einordnen zu können, gibt es ein wichtiges Gestaltungsmittel: Den Kasten.

Heben Sie Zusatzinformationen gezielt ab

Setzen Sie Hintergrundwissen in einen Kasten, den der*die Leser*in separat lesen kann. Damit stören Sie den Lesefluss im Haupttext nicht und geben doch die Möglichkeit, die Hintergründe zu erfahren.

Ein Kasten eignet sich übrigens auch für Fälle, wo Sie einen zusätzlichen Aspekt einer «Geschichte» erwähnen möchten, der aber in den Erzählfluss des Textes nicht hineinpassen will. Oder wenn Sie die wichtigsten Details auf einen Blick erkennbar machen möchten – z.B. die Vorteile ihrer Lösung und der besonders günstige Preis dafür.

Eine Aufzählung schafft sofort den Überblick

Ein weiteres Mittel, um einen Text optisch zu gliedern und damit attraktiver zu machen, ist die Aufzählung. Ein Beispiel dafür sehen Sie oben. Sehr dienlich ist auch das Nummerieren, etwa wenn Sie aufzeigen möchten, wie viele Argumente für Ihr Anliegen sprechen. Beispielsweise so:

Für unsere Lösung sprechen 3 Gründe: Sie ist

  1. sicher
  2. nachhaltig
  3. günstig

Wobei Sie die 3 Adjektive wie einen Zwischentitel fett hervorheben und in einem oder zwei Sätzen weiter ausführen können.

Für unsere Lösung sprechen 3 Gründe – sie ist

  1. sicher
    Sie erfüllt die gesetzlichen Vorgaben und bietet darüber hinaus weitere Sicherheiten wie …

  2. nachhaltig
    Unsere Lösung wächst mit Ihrem Unternehmen und seinen Bedürfnissen mit und sorgt für langfristige Zufriedenheit.

  3. günstig
    Für nur Fr. XXX erhalten Sie alles inklusive.

Ein solch gegliederter Text liest sich nicht nur leichter, sondern vermittelt die Hauptbotschaft bereits beim Überfliegen. In Zeiten zunehmender Informationsflut ein zentraler Aspekt.

Tipps&Tricks für erfolgreiche Kommunikation

Die Bildlegende: Der oft unterschätzte Einstieg

Ob Artikel, Website oder Newsletter: In der Kommunikation sagt ein Bild oft mehr als viele Worte. Trotzdem resp. gerade deswegen sollte jedes Bild von einer aussagekräftigen Legende begleitet sein.

Aus der Forschung weiss man, dass Fotos auf einer Zeitungs- und Zeitschriftseite den Blick auf sich ziehen. Deshalb räumen Zeitungen und insbesondere Magazine den Bildern so viel Raum ein. Das Bild allein vermag aber oft noch nicht zur Lektüre des dazugehörigen Artikels zu animieren – dies gelingt meist erst im Zusammenspiel mit der Legende.

Wiederholen Sie eine Aussage aus dem Text

Mit «Legende» ist hier aber etwas völlig anderes gemeint als man üblicherweise in wissenschaftlichen Publikationen sieht. Eine Legende beinhaltet eine klare Aussage zum Bild oder darüber hinaus. Und sie weckt das Interesse am Thema und verleitet so dazu, den dazugehörigen Artikel zu lesen. Sie müssen dazu nicht zwingend eine neue Aussage erfinden – Sie dürfen eine aus dem Artikel rezyklieren. Aber bitte nicht wörtlich übernehmen, sondern neu formulieren.

Im Alltag erlebe ich leider oft, dass die Bildlegende als Einstieg ins beschriebene Thema völlig ungenutzt bleibt: Die Bildlegende fehlt ganz, oder sie ist erst nach Lektüre des gesamten Artikels verständlich. Dies missachtet die Tatsache, dass die meisten Leser*innen zuerst Bilder anschauen, bevor sie zu lesen beginnen.

Testen Sie im Zweifelsfall Ihre Bildlegende

Gerade wenn Sie Personen für die Lektüre Ihres Textes gewinnen möchten, die sich normalerweise mit Ihrem Thema wenig bis gar nicht auseinandersetzen, lohnt es sich, in die Suche nach einem guten Bild und in das Formulieren einer guten Legende zu investieren. Als Test, ob die Legende zum Bild ihre Aufgabe erfüllt, legen Sie Bild und Legende einer Person vor, die den Text noch nicht gelesen und zum Thema wenig Bezug hat. 

Tipps&Tricks für erfolgreiche Kommunikation

Der Absatz: bündeln, was zusammgehört

Nicht nur Zwischentitel können einen längeren Text optisch und inhaltlich gliedern. Auch das Unterteilen mittels Absätzen (oder Abschnitten) ist ein wichtiges Gliederungsmittel. Unser Auge reagiert ganz anders auf eine vollgeschriebene A4-Seite als auf denselben Text, der mittels Abschnitten in kleinere Einheiten aufgebrochen ist.

Die Absätze sollen aber nicht zufällig oder allein aufgrund optischer Kriterien entstehen: Wichtig ist, Zusammengehörendes zu bündeln und neue Gedankengänge in einem neuen Absatz aufzugreifen.

Die inhaltliche und optische Gliederung ergänzen sich

Die Absätze sind ausserdem klar voneinander zu trennen: Mindestens eine halbe Zeilenhöhe sollte der leere Platz ausmachen, damit das Auge die Trennung klar erkennt. Und um das Auge resp. das Hirn nicht unnötig zu irritieren, sollten die Abstände zwischen den Abschnitten immer gleich gross sein.

Ein solcherart gebündelter Text erhält durch die Zwischentitel den letzten Schliff: Ungefähr alle 2–4 Abschnitte sollte ein Zwischentitel als weiteres Gestaltungselement gesetzt werden. Da ein Zwischentitel inhaltlich mit dem Folgeabschnitt zusammenhängt, jedoch kaum mit dem vorangehenden, ist der Abstand vor dem Zwischentitel erkennbar grösser zu gestalten als jener danach. Idealerweise ist zudem der Abstand nach dem Zwischentitel nicht kleiner als der Abstand zwischen zwei Abschnitten.

Ein gut formulierter Text verdient ein unterstützendes Layout

Derart gestaltet, erkennt das Auge resp. das Hirn des/der Lesenden sofort, was zusammengehört, und hat zahlreiche Möglichkeiten, eine abgebrochene Lektüre weiter unten im Text wieder aufzunehmen. 

Tipps&Tricks für erfolgreiche Kommunikation

Der Zwischentitel: Die oft vergessene Wiedereinstiegshilfe

Wer einen Text schreibt, geht davon aus, dass er bis zum Ende gelesen wird. Nur: Wie oft brechen Sie selber die Lektüre eines Textes mittendrin ab?

Die möglichen Gründe sind zahlreich. Äussere Einwirkungen wie ein klingelndes Telefon können wir als Autor*in wenig beeinflussen. Selbstverschuldetes wie Langeweile, Unverständnis und Ungeduld hingegen schon.

Idealerweise formulieren wir einen Text von Anfang bis Ende derart spannend, dass unser Zielpublikum sogar das Telefon klingeln lässt und weiterliest. In der Realität gibt es aber in vielen Texten Passagen, die nicht für alle Adressat*inn*en spannend sind: Für Personen mit Vorwissen interessante (technische) Details langweilen eine Person ohne Vorwissen – sie unterbricht die Lektüre.

Packen Sie die Chance, das Interesse noch einmal zu wecken

Im schlechtesten Fall beginnt der*die Leser*in mit der Lektüre des nächsten Artikels resp. legt den Brief / die Medienmitteilung etc. halbgelesen ins Altpapier. Doch es gibt ein erprobtes Mittel, um «aussteigende» Leser*innen wieder in Ihr Schreiben zu ziehen: Zwischentitel.

Denn Zwischen- oder Untertitel dienen längst nicht nur der optischen Auflockerung eines Fliesstexts. Gezielt formuliert und platziert wirken Zwischentitel als Wiedereinstiegshilfe. Durch ihre fette und evtl. auch grössere Schrift heben sie sich vom Lauftext ab und springen ins Auge. Vermag einer der folgenden Zwischentitel das Interesse des/der Lesenden (wieder) zu wecken, ist die Chance gross, dass er/sie nach dem besagten Zwischentitel weiterliest – oder eben «wiedereinsteigt».

Gute Zwischentitel erlauben es, das Ziel im zweiten Anlauf zu erreichen

Mit grosser Wahrscheinlichkeit wird dem*der Leser*in früher oder später eine Information fehlen, weil sich diese in der ausgelassenen Textpassage befindet. Gut möglich, dass die lesende Person deshalb noch einmal den Artikel von vorne beginnt, sich durch den für sie langweiligen Teil durcharbeitet – und Ihren Text schliesslich in voller Länge gelesen hat.

Es lohnt sich also, nicht nur dem Titel, sondern auch den Zwischentiteln volle Aufmerksamkeit zu schenken – auch bei Medienmitteilungen und schriftlich abgegebenen Referaten. Für Zwischentitel gelten übrigens dieselben Grundsätze wie für den Titel – nachzulesen im letzten Beitrag. Insbesondere gilt: Nicht mehr als ein Zwischentitel in Form einer Frage.

Tipps&Tricks für erfolgreiche Kommunikation

Der Titel: Ein Blickfang, der neugierig macht

Ein guter Text besticht nicht allein durch seinen Inhalt. Die optische Darstellung, auch äussere Gliederung genannt, ist oft entscheidend, ob er gelesen wird oder nicht. Gerade in der heutigen Informationsflut sind wir alle täglich, ja stündlich daran, zu entscheiden, ob wir einen Brief / einen Zeitungsartikel / ein E-Mail / ein Inserat sofort lesen, später lesen oder ungelesen in die runde Ablage befördern.

Der Titel spielt eine zentrale Rolle, ob der*die Leser*in einen Text zu lesen beginnt oder nicht. Auch Sie überfliegen morgens in der Zeitung die Titel (oder Schlagzeilen) und entscheiden, ob Sie weiterlesen oder nicht. Weckt ein Titel Ihr Interesse, lesen Sie weiter – sogar ein Werbemailing einer Ihnen unbekannten Firma.

Ein Titel gelingt nicht zufällig

Einen guten Titel zu formulieren, ist Knochenarbeit. So gibt es beispielsweise Zeitungen, die für das Formulieren der Schlagzeilen eigene Spezialist*inn*en angestellt haben. Denn ein Titel soll kurz und aussagekräftig sein, dynamisch wirken und das Interesse wecken.

Möchten Sie, dass Ihr Brief / Ihr Artikel in der Mitarbeitendenzeitung / Ihre Medienmitteilung auf der Redaktion / Ihr E-Mail gelesen wird, investieren Sie Zeit und Denkarbeit in den Titel. Einige Tipps, wie ein guter Titel aussieht:

  • Ist der Titel gross und fett, springt er ins Auge – auch das Betreff eines Briefes.
  • Idealerweise ist ein Titel nur 1 Zeile lang.
  • 2-zeilige Titel werden gezielt umbrochen: Normalerweise ist die zweite Zeile länger als die erste, wobei auf einer Zeile bleibe, was inhaltlich zusammengehört.
  • Ein Titel soll mehr als nur 2 Wörter enthalten.
  • Ein Verb macht den Titel dynamisch.

Provozierende Aussagen wecken das Interesse

Ob Sie sich für eine klare Aussage, eine Frage oder ein Zitat entscheiden, hängt letztlich mit der Art Ihres Textes zusammen. Insbesondere Fragen gilt es aber eher zurückhaltend einzusetzen: Der moderne gestresste Mensch hat meist genügend offene Fragen – er sucht und ist empfänglicher für Antworten. Dasselbe gilt übrigens für Titel von Veranstaltungen und Referaten: Provozieren Sie lieber mit einer klaren Aussage, als eine Frage aufzuwerfen.

Zum Veranschaulichen

Einige in der Realität gefundene Titel und wie sie besser daherkommen könnten:

Beispiel 1: Titel einer Medienmitteilung

Bericht des Bundesrates über staatliche Beihilfen an
Unternehmen

Der Titel wurde nicht gezielt umbrochen und sagt wenig aus – Alternativvorschlag:

Bericht zeigt: Die EU schränkt den
Steuerwettbewerb durch staatliche Beihilfe ein

Beispiel 2: Titel eines Artikels in einer Kundenzeitschrift

Mehrwertsteuer-Vereinfachung
auf guten Wegen

Der Titel enthält kein Verb, dafür ein aus 2 langen Substantiven zusammengesetztes Wort-Ungetüm inklusive Substantivierung – Alternativvorschlag:

Gute Aussichten für Unternehmen:
Die Mehrwertsteuer wird einfacher

Beispiel 3: Titel eines Artikels in einer Branchenzeitschrift

66. GFM-Generalversammlung

Der Titel sagt wenig aus und hat mit dem Inhalt des Artikels auch kaum etwas zu tun (es geht um einen Rückblick des GFM-Präsidenten, der anlässlich der Generalversammlung zurücktrat) – Alternativvorschlag:

«Die 16 Jahre als Präsident
lehrten mich die Freude am Wandel»

Zitate – auch verkürzte wie in diesem Falle – sind oft ein gelungener Einstieg für einen Artikel.

Tipps&Tricks für erfolgreiche Kommunikation

Die doppelte Gliederung: inhaltlich und visuell

Beginnen Sie mit dem Generellen, und gehen Sie danach schrittweise in die Details. Mit dem Tipp im letzten Beitrag ist das Thema der inhaltlichen Gliederung angeschnitten: Womit beginne ich, womit höre ich auf, welches ist der rote Faden und gibt es allenfalls einen Höhepunkt dazwischen?

Sammeln Sie zuerst die Inhalte und gliedern Sie sie

Gerade bei Reden ist es extrem wichtig, sich zuallererst zu überlegen, womit Sie einsteigen und womit Sie aufhören. Denn diese beiden Teile Ihres Referats werden den Leuten – falls überhaupt – in Erinnerung bleiben. Sehr oft erlebe ich in Rhetoriktrainings, dass gerade der Schlusssatz oft vergessen wird. Stocken und gemurmelte Sätze wie: «Ja, das wär’s eigentlich von meiner Seite.» sind die Folge.

Kein überzeugender Abgang, nicht wahr? Viel wichtiger wäre, noch einmal die zentrale Aussage in Erinnerung zu rufen (die gezielte Redundanz – siehe früheren Beitrag.

Auch für geschriebene Dokumente gilt: Ein logischer Aufbau erhöht die Wahrscheinlichkeit, verstanden zu werden. Das bedeutet: Werden Sie sich bewusst, was Sie alles sagen möchten, bevor Sie zu schreiben beginnen (und kürzen Sie im Zweifelsfall, bevor Sie mit dem Formulieren loslegen).

Gliedern Sie so, dass es für das Zielpublikum stimmt

Überlegen Sie sich zuerst die Inhalte und gliedern Sie diese zielgerichtet mittels Mind-Map, Pinwand oder handschriftlichen Notizen. Je nach Art Ihres Dokumentes wird die Gliederung anders ausfallen: Während Sie in einem Schreiben an Ihre Kund*inn*en eher zuerst Ihr Unternehmen und seine Dienstleistungen in Erinnerung rufen, bevor Sie das neue Angebot anpreisen, muss in einer Medienmitteilung zwingend zuerst die Neuigkeit stehen. Bei einem Artikel in einer Fachzeitschrift werden Sie vermutlich zuerst eine unangenehme Situation schildern, welche die Lesenden aus ihrem Alltag kennen, bevor Sie Ihre extra hierfür entwickelte Lösung anpreisen.

Wichtig ist, dass Sie sich zuerst klar werden,

  • was Sie sagen wollen
  • wem Sie es sagen wollen und welche Vorkenntnissen diese Leute bereits besitzen

Danach können Sie beginnen, Ihr Referat / Ihren Brief / Ihre Medienmitteilung / Ihren Artikel zu formulieren.

Geschriebene Texte lassen sich auch optisch gliedern

Zur inhaltlichen Gliederung (auch innere Gliederung genannt) kommt bei schriftlichen Texten die visuelle (oder äussere) Gliederung: Durch gezielten Einsatz verschiedener Gestaltungselemente wie Titel, Zwischentitel, Lead, Kasten oder Bildlegende können Sie Ihren Text noch attraktiver gestalten. So, dass das Zielpublikum neugierig einsteigt und dranbleibt. Mehr dazu in den folgenden Beiträgen:

Tipps&Tricks für erfolgreiche Kommunikation

Gehen Sie in die Details – aber erst nach und nach

Haben Sie auch schon erlebt, dass Ihnen jemand ein lustiges Erlebnis erzählte und Sie sehr lange den Witz nicht begriffen? Erinnern Sie sich: Kann es sein, dass der oder die Erzähler*in Ihnen erst ganz am Schluss, womöglich erst auf Nachfrage, eine wichtige Information über das Umfeld der Situation mitteilte?

Wenn wir ein Erlebnis schildern, ist uns dieses so deutlich vor Augen, dass wir oft das für unser Gegenüber Wichtigste zu erzählen vergessen: etwa dass man in einem vornehmen Lokal war, dass es bereits sehr spät abends war oder man in eine der anwesenden Personen verliebt war.

Erfolgsrezept für gute Witze – Stolperstein für normale Kommunikation

Solange Ihnen solches Hintergrundwissen fehlt, haben Sie aber möglicherweise keine Chance, die erzählten Details einzuordnen – weil Ihnen ein wichtiger Bezugspunkt fehlt. Was bei einem Witz durchaus gewollt ist, kann im Alltag die Kommunikation scheitern lassen.

Auch in der Geschäftskommunikation ist immer wieder zu erleben, dass der Gesamtzusammenhang zu Beginn einer längeren Ausführung fehlt: Da erfährt man erst am Ende eines – vorerst völlig unverständlichen – Schreibens, warum das angepriesene Angebot von grossem Interesse sein könnte. Oder ein – fachlich sehr versierter – Referent legt die aus Zuhörersicht zentrale Ausgangslage erst auf eine Publikumsfrage hin dar.

Ohne die zentrale Information schaltet das Gehirn ab

Erfahrungsgemäss landen deshalb viele Schreiben halbgelesen im Abfall und lässt die Aufmerksamkeit von Zuhörenden vorzeitig nach. Die ausgesandte Botschaft verhallt ungehört, das anvisierte Ziel bleibt unerreicht.

Insbesondere wenn Sie ein kompliziertes Thema einer Person oder einem Publikum verständlich machen wollen, empfiehlt es sich, zuerst die groben Zusammenhänge darzulegen und erst später in die Details zu gehen. Das heisst: Erklären Sie zu Beginn das für Sie Offensichtliche (z.B. dass Ihre Produkte zum Bereich schneller Internetzugang / Schmerzmittel / Mobilität gehören) und gehen Sie schrittweise in die Details (Ihr besonderes Modem / die besondere Verträglichkeit / das Sonderangebots-Ticket). Denn gerade für potenzielle Neu-Kund*inn*en sind diese für Sie offensichtlichen Angaben völlig neu.