Tipps&Tricks für erfolgreiche Kommunikation

Gezielte Redundanzen

Ihr Text resp. Ihr Referat ist kurz, verständlich und würzig formuliert, die Zahlen sparsam eingesetzt, mit Bildern und Beispielen ausgeschmückt – was können Sie nun noch tun, damit Ihre Hauptbotschaft sicher ankommt?

Die Lösung ist ganz einfach: Wiederholen Sie das Wichtigste noch einmal.

Wiederholen Sie sich – aber gezielt!

Die Kommunikationslehre spricht von «Redundanzen», wobei es eben zweierlei Redundanzen gibt: jene der überflüssigen Wiederholungen, die z.B. den Text unnötig verlängern, und jene der gezielten Redundanzen, die Ihre Botschaft untermauern.

Um gezielt Redundanzen einsetzen zu können, müssen Sie sich zwingend von Beginn weg über Ihre Hauptbotschaft klar sind. Ansonsten werden Sie zu viele Dinge wiederholen – und statt gezielt eben übermässig redundant sein.

Wiederholen Sie sich am Schluss noch einmal

Insbesondere beim Zuhören gilt: Am besten in Erinnerung bleiben der Anfang und das Ende. Deshalb ist es wichtig, ein Referat mit der Hauptbotschaft zu beginnen (oder sie zumindest einzuführen) und sie am Ende noch einmal in Erinnerung zu rufen: «Deshalb, meine Damen und Herren, ist es wichtig, dass…» Wobei Sie eleganterweise nicht betonen, dass Sie wiederholen – Sie tun es einfach.

Es ist jedoch auch bei Geschriebenem sinnvoll, das Wichtigste mehr als einmal zu erwähnen – damit es beim Leser resp. bei der Leserin des Textes sicher hängen bleibt. Aber Vorsicht: In einem kurzen Text dasselbe dreimal zu wiederholen ist zuviel des Guten und löst vor allem Verärgerung aus.

Wiederholen Sie sich über längere Zeit

Wenn Sie jedoch – z.B. im Rahmen einer Kampagne – über längere Zeit kommunizieren, ist es wichtig, die zentrale Botschaft stetig zu wiederholen. Am besten wörtlich: Sparen Sie sich den Aufwand, nach Alternativformulierungen und Synonymen zu suchen – wiederholen Sie Ihre (natürlich perfekt formulierte) Hauptbotschaft wörtlich. So haben Sie die Gewähr, dass diese Botschaft tatsächlich im Gedächtnis Ihrer Zielgruppe(n) hängen bleibt.

Tipps&Tricks für erfolgreiche Kommunikation

Wenn Sie Zahlen kommunizieren möchten

Je konkreter und bildhafter Ihre Sprache ist, desto eher bleibt Ihre Rede oder Ihr Brief-, Medienmitteilungs- oder Broschürentext im Gedächtnis haften. Dumm nur, dass Zahlen – insbesondere grosse wie z.B. 374’266 – für unser Gehirn so wenig konkret und bildhaft sind.

Zahlen gilt es deshalb zurückhaltend einzusetzen. Wenn Sie in Ihrem Referat oder Text unbedingt Zahlen nennen müssen, so beschränken Sie sich auf die Wichtigsten 1 bis (maximal!) 3 Zahlen. Und haben Sie den Mut, zu runden: Reden Sie von knapp 375’000 Eintritten/Franken/Mitgliedern, denn mit runden Zahlen kann unser Hirn viel besser umgehen als mit komplizierten genauen Zahlen.

Runden Sie grosszügig

Deshalb runden Sie eine Zahl wie 237’364 am besten auf «knapp eine Viertelmillion», 63,2 Prozent auf «knapp zwei Drittel» – solche Zahlen können wir uns besser vorstellen und bleiben uns deshalb auch eher im Gedächtnis.

Wenn Sie nun von Messresultaten oder Ihrem Jahresumsatz sprechen, kann das grosszügige Runden evtl. problematisch sein. Dies können Sie jedoch elegant lösen, indem Sie in Ihrem Referat von einer «knappen Viertelmillion» sprechen, in Ihren Folien hingegen die genaue Zahl schreiben, oder indem sie «gut drei Viertel» schreiben und dazu eine Kuchengrafik mit den genauen Prozentzahlen abbilden.

Eine Grafik sagt oft mehr als viele Zahlen

Überhaupt ist es meist sehr hilfreich, Zahlen und Grössenverhältnisse in Grafiken zu verdeutlichen. Bei einer Präsentation lohnt sich deshalb der kleine Zeitaufwand, Zahlenmaterial als Grafik darzustellen. Je nachdem, ob es um Grössenverhältnisse oder Entwicklungen geht, wählen Sie besser ein Kuchen- oder ein Liniendiagramm. Für die – erfahrungsgemäss meist sehr kleine – Minderheit jener, die es genau wissen wollen, können Sie immer noch die Detailzahlen in einer Tabelle in gedruckter Form mitgeben.

Entwicklung von Gewinn und Umsatz über die Jahre hinweg: Linien- oder Balkendiagramme sind aussagekräftiger als Zahlenreihen.


Grössenverhältnisse lassen sich am besten mit Kuchendiagrammen ausdrücken, wobei die geeignete Farbwahl Klarheit auf einen Blick schafft: z.B. grün für Positives, Rot für Negatives und eine neutrale Farbe für den Rest.

Tipps&Tricks für erfolgreiche Kommunikation

Vermeiden Sie Fachwörter – oder der «Teenager-Test»

Woran denken Sie beim Wort «Vollzug»? Sehen Sie eine Person in einer Gefängniszelle sitzen? Dann geht es Ihnen wie der grossen Mehrheit: «Vollzug» wird meist mit «Strafvollzug» gleichgesetzt. Jurist*inn*en raufen sich darob die Haare. Denn Vollzug eines Gesetzes bedeutet nicht zwingend Strafvollzug, sondern meist einfach, dass bestehende Vorschriften tatsächlich umgesetzt werden.

Fachbegriffe gibt es längst nicht nur im Bereich Recht. Ich nenne dieses Beispiel lediglich, weil ich – während meiner Zeit in der Verwaltung – erlebte, wie sich Juristen darüber ärgern können, dass Nichtfachleute Ihre Fachsprache falsch verstehen.

Kommunizieren Sie tatsächlich unter Ihresgleichen?

Wenn Sie verstanden werden möchten, müssen Sie Ihr Vokabular deshalb an Ihr Zielpublikum anpassen. Sind es Leute aus Ihrem Fachgebiet? Wunderbar, da können Sie gerne zeigen, wie viele Fachbegriffe Ihnen geläufig sind. Bei Nichtfachleuten aber – und das ist gerade bei (potenziellen) Kund*inn*en sehr häufig der Fall –, müssen Sie Ihre Sprache anpassen.

Schreiben Sie einen Prospekt oder einen Mailing-Brief, ersetzen Sie die Fachbegriffe durch allgemein verständliche Wörter. Sind unter den Empfänger*innen vielleicht doch ein paar Fachleute, die mit Fachbegriffen zu beeindrucken wären, können Sie den jeweiligen Fachbegriff immer noch in Klammer hinter die Umschreibung setzen.

Erfahrungsgemäss merkt man selber oft gar nicht mehr, dass ein Begriff, der einem geläufig ist, für die grosse Mehrheit der Menschen einen unverständlichen Fachbegriff darstellt. Wollen Sie sicher sein, dass Sie sämtliche Fachbegriffe entfernt haben, gibt es einen einfache Trick: Legen Sie den fertige Text (das kann auch Ihr Referat sein) einer Nichtfachperson vor.

Auch wir sind oft Teenager…

Diese muss man oft gar nicht so weit suchen: zwar idealerweise ausserhalb der Firma (wegen der bekannten «Betriebsblindheit», die auch eine gewisse «Fachblindheit» beinhaltet), aber problemlos innerhalb der Familie oder des Freundeskreises.

Idealerweise geben Sie den Text übrigens Ihrer Tochter, Ihrem Sohn oder einem Kind aus dem Bekanntenkreis von ca. 12 Jahren. Denn, so sagt die Kommunikationswissenschaft, erwachsene Menschen sind bei Themen ausserhalb ihres Berufes und ihrer Hobbys auf dem Wissensstand eines/einer 12-Jährigen.

Versuchen Sie es: Legen Sie Ihren nächsten Kundenbrief einem Teenager vor und lassen Sie sich von ihm erklären, was er verstanden hat. Überwinden Sie den erlebten Frust und packen Sie die Chance, einen besseren Text zu formulieren – einen, den Ihre Wunschkund*inn*en tatsächlich verstehen.

Tipps&Tricks für erfolgreiche Kommunikation

Würzige Texte 4: Verwenden Sie konkrete Beispiele!

Wenn Sie wollen, dass man Ihnen zuhört resp. Ihren Text liest und versteht, gibt es ein relativ einfaches, aber dennoch zu selten verwendetes Mittel: Verwenden Sie ein Beispiel.

Gerade wenn Ihr Thema ein schwieriges und/oder technisches ist – ein Beispiel erweckt Aufmerksamkeit und fördert das Verständnis. Gute Journalist*inn*en verwenden dieses Stilmittel, wenn es darum geht, eine abstrakte, komplexe Angelegenheit wie Gesetzesänderungen zu konkretisieren. Anhand des Beispiels einer konkreten Person, für die diese Änderung spürbare Auswirkungen hätte, verstehen wir als Zeitungsleser*innen (und Laien bezüglich der betreffenden Frage) oft erst die Zusammenhänge.

Insbesondere Jurist*inn*en fürchten sich davor, ein rechtliches Problem oder ein Gesetz anhand eines konkreten Beispiels zu erklären, weil es nie alle möglichen Fälle abdeckt. ABER:

Ob reell oder fiktiv – Hauptsache konkret

Wenn Sie möchten, dass sich Ihr Publikum überhaupt für ein schwieriges, abstraktes Thema interessiert, kommen Sie um ein konkretes Beispiel nicht herum. Sie können entweder eine reale Geschichte erzählen oder aber ein fiktives Beispiel erfinden, das sich so tatsächlich ereignen könnte.

Je konkreter die Beschreibungen im Beispiel sind, desto eher lassen sie in den Köpfen des Publikums Bilder entstehen und lösen Emotionen aus. Also schreiben resp. reden Sie nicht von einer erwachsenen Person, sondern geben Sie ihr einen Namen, ein Geschlecht und ein Gesicht und vervollständigen Sie die Geschichte mit weiteren Details: Renata W, 45 Jahre alt, gelernte Kleinkinderzieherin, arbeitet seit der Geburt des zweiten Kindes 50 Prozent in einer Krippe… Sofort haben Sie als Leser*in ein Bild dieser Frau und werden mit Interesse weiterlesen, welche Auswirkungen eine Änderung des AHV-, Steuer- oder Strassenverkehrsgesetzes für sie hätte.

Ein gutes Beispiel braucht Zeit

Leider liegt ein konkretes, nachvollziehbares Beispiel nicht immer einfach so auf der Hand – oft will es erdacht und weiter geschliffen werden, bis es wirklich seinen Zweck erfüllt. Am besten, Sie beginnen gleich nach Festlegen Ihrer Hauptaussagen damit, das Beispiel auszudenken. Schlafen Sie darüber, erzählen Sie die Geschichte Versuchspersonen, und schliesslich haben Sie eine Geschichte parat, mit der Sie Ihre Botschaft dem Publikum nahe bringen können.

Tipps&Tricks für erfolgreiche Kommunikation

Würzige Texte 3: Verben statt Substantive!

Irgend jemand muss wohl einmal das Gerücht in die Welt gesetzt haben, dass Substantive mehr Gewicht hätten und mehr Stärke ausstrahlen als Verben. Nur so kann ich mir erklären, dass viele Menschen immer dann, wenn sie besonders gescheit wirken wollen, sehr viele Substantive in ihren Text resp. in ihre Rede packen.

Schöne Beispiele liefert immer wieder die Verwaltung, aber auch meine Berufskolleg*inn*en aus der Kommunikationsbranche verwenden oft und gerne viele Substantive, wenn sie über ihr Fachgebiet reden. Dabei lernen wir in einer der ersten Lektionen: Verben sind dynamischer als Substantive!

Schwerfällige Substantive, sehr schwerfällige Substantivierungen

Substantive sind demgegenüber schwerfällig und passiv. Der Höhepunkt der Substantivpflege ist die Substantivierung – das heisst die Umwandlung eines Verbs in ein Substantiv. Solche zeichnen sich meist durch die Endung «ung» aus – ein Beispiel finden Sie im vorangehenden Satz.

Denn statt der «Umwandlung eines Verbs in ein Substantiv» liesse sich problemlos schreiben: «ein Verb wird in ein Substantiv umgewandelt».

Ersetzen Sie «ung-Wörter» und andere Substantive

Möchten Sie, dass der Empfänger Ihr Schreiben (mit Freude) liest resp. dass die Zuhörerin Ihnen tatsächlich (interessiert) zuhört, versuchen Sie, möglichst viele der auf « ung» endenden Wörter durch Verben zu ersetzen. Die folgenden Beispiele stammen aus realen Medienmitteilungen – sie sind leider nicht fiktiv!

Substantive und Substantivierungen

dynamischer ausgedrückt mittels Verb

Der Verband der Schweizerischen Mitgliedunternehmen bereitet sich (…) auf die Inkraftsetzung des Stromversorgungsgesetzes vor.

Der Verband der Schweizerischen Mitgliedunternehmen bereitet sich darauf vor, dass das Stromversorgungsgesetzes in Kraft tritt (und die Kund*inn*en frei wählen können, bei wem sie ihren Strom beziehen wollen).

Das Gottlieb Duttweiler Institut registriert eine fundamentale Änderung im Verhalten der Konsumenten.

Das Gottlieb Duttweiler Institut registriert, dass sich die Konsumenten heute ganz anders verhalten (als noch vor 5 Jahren).

Hauptursachen für Annäherungen im Jahr 2006 waren Luftraumverletzungen durch Sichtflug-Piloten, Nichteinhalten der von der Flugsicherung zugewiesenen Flughöhe durch Piloten, nicht optimale Planung der Verkehrsabwicklung bei der Flugsicherung und komplexe Verkehrssituationen verursacht durch schlechte Wetterbedingungen.

Dass sich 2006 Flugzeuge in der Luft gefährlich nahe kamen, hatte hauptsächlich damit zu tun, dass

  • Sichtflug-Piloten den Luftraum verletzten
  • Piloten die von der Flugsicherung zugewiesene Flughöhe nicht einhielten
  • die Flugsicherung die Verkehrsabwicklung nicht optimal geplant hatte
  • schlechte Wetterbedingungen zu komplexen Verkehrssituationen führten.

Handlungsmöglichkeiten von Mensch, Wirtschaft und Gesellschaft für die Erhaltung und Gestaltung einer intakten Umwelt

Handlungsmöglichkeiten für Mensch, Wirtschaft und Gesellschaft, um eine intakte Umwelt zu erhalten und zu gestalten

Im Rahmen der Vernehmlassung zur Mehrwertsteuer verlangt economiesuisse eine spürbare Entlastung der Unternehmen.

Im Rahmen der Vernehmlassung zur Mehrwertsteuer verlangt economiesuisse, dass die Unternehmen spürbar entlastet werden.

In geradezu lehrbuchartigen Zirkelschluss-Verfahren etwa wird der Post die Verpflichtung auf ein flächendeckendes Angebot als Behinderung der Konkurrenz ausgelegt.

Würde die Postregulationsbehörde die Post zu einem flächendeckenden Angebot verpflichten, könnte dies die Konkurrenz behindern.
(Ehrlich gesagt, bin ich gar nicht sicher, ob ich diesen Satz verstehe – und Sie?)

Tipps&Tricks für erfolgreiche Kommunikation

Würzige Texte 2: Seien Sie konkret! Nutzen Sie Bilder!

Lehnen Sie sich kurz zurück und lassen Sei die heutige Zeitungslektüre noch einmal Revue passieren: Woran erinnern Sie sich? Haben Sie auch eine Idee, warum genau diese Artikel Ihnen geblieben sind, wo Sie doch so viel Anderes auch gelesen haben?

Mit grosser Wahrscheinlichkeit hat der Artikel bei Ihnen ein Bild ausgelöst – und eventuell auch Emotionen.

Unser Geist zieht Konkretes dem Abstrakten vor

Im Gegensatz zu abstrakten, allgemeingültigen Beschreibungen lösen konkrete Beschreibungen in unserem Kopf Bilder aus. Bilder bleiben uns besser in Erinnerung als abstrakte technische Beschriebe. Das kennen Sie sicher von Ihrer letzten Weiterbildung: Abstrakte Theorien verinnerlichen Sie weniger gut als konkrete Beispiele – wobei konkrete Bespiele helfen können, die Grundsätze der abstrakten Theorie zu memorisieren.

Konkretes zieht Aufmerksamkeit auf sich

Konkrete Beschreibungen helfen nicht nur beim Erinnern, sondern erleichtern von Beginn weg die Lektüre und den Einstieg in ein neues, evtl. schwieriges Thema. In der Folge ein paar konkrete Bespiele – damit Sie sich beim Text oder bei der nächsten Rede noch daran erinnern. 😉

zu vermeiden: abstrakte Abhandlungen

Die Verschmutzung im öffentlichen Raum hat zugenommen.

statt dessen: konkret und bildhaft

Immer häufiger lassen die Passantinnen und Passanten ihre Abfälle einfach liegen – auf Plätzen, Trottoirs und Strassen.

Das Vernehmlassungsverfahren dauert noch bis Ende Oktober

Bis Ende Oktober haben Interessenverbände und Bürger*innen Gelegenheit, sich zum vorliegenden Gesetzesentwurf zu äussern.

Die parlamentarische Initiative

Mit der parlamentarischen Initiative kann ein Ratsmitglied den Entwurf zu einem Erlass der Bundesversammlung oder die Grundzüge eines solchen Erlasses einreichen oder anregen. Eine parlamentarische Initiative ist nicht mehr möglich, wenn zum gleichen Gegenstand bereits eine Vorlage unterbreitet worden ist. Bevor eine Kommission dem Rat einen Erlassentwurf unterbreiten darf, bedarf es der Zustimmung der Kommission des anderen Rates oder es bedarf der Zustimmung beider Räte.

Die parlamentarische Initiative

Mit der parlamentarischen Initiative kann ein Mitglied des National- oder Ständerats anregen, dass das Parlament ein Gesetz oder einen anderen Erlass selber erarbeitet. (Dies ist insbesondere dann sinnvoll, wenn sich der Bundesrat trotz Aufforderung durch das Parlament sträubt, einen entsprechenden Erlass zu erarbeiten.) Hat der Bundesrat dem Parlament in der gleichen Sache bereits einen Vorschlag unterbreitet, kann keine parlamentarische Initiative dazu mehr überwiesen werden. Bevor die zuständige Kommission den gewünschten Entwurf präsentieren darf, muss auch die zuständige Kommission des anderen Rates der parlamentarischen Initiative zustimmen.

Sie haben es sicher gemerkt: Wer konkret schreibt oder redet, wird länger… Einmal mehr zeigt sich das Dilemma, dass Würze der Kürze abträglich ist. Kurze Abhandlungen mit angenehmer Würze sind eine Herausforderung. Wenn sie gelingt, ist dafür der Erfolg beim Publikum umso grösser.

Tipps&Tricks für erfolgreiche Kommunikation

Würzige Texte 1: Schreiben Sie aktiv!

Es gibt einige konkrete Anleitungen, wie aus schwerfälligen, wenig lesefreundlichen Texten bessere, nämlich süffige Texte entstehen. Heute widmen wir uns dem ersten Punkt: den Aktivformulierungen.

Vermeiden Sie, wenn immer möglich, Formulierungen wie:

  • «Die Stellungnahme muss bis zum 30. September eingereicht werden.»
  • «Der Beschluss wurde mit grosser Mehrheit gefasst.»
  • «Gestern wurde beschlossen, dass die Öffnungszeiten angepasst werden.»

Aktiv-Formulierungen bringen gleich doppelten Mehrwert

Passiv-Formulierungen zeichnen sich nämlich durch 2 Eigenschaften aus:

  • Sie sind, wie im Namen bereits enthalten, passiv – also wenig dynamisch.
  • Sie lassen eine wichtige Information weg – nämlich: Wer muss handeln resp. wer hat gehandelt?

Verwenden Sie aktive Formulierungen – und Sie erhalten dynamischere Texte und gleichzeitig zusätzliche Informationen:

  • «Interessierte können bis 30. September ihre Stellungnahme einsenden.» oder 
    «Bitte senden Sie uns Ihre Stellungnahme bis am 30. September.»
  • «Die Gemeindeversammlung hat den Beschluss mit grosser Mehrheit gefasst.»
  • «Die Geschäftleitung beschloss gestern, die Öffnungszeiten an die neuen Kundenbedürfnisse anzupassen.»

Nur Aktiv-Formulierungen führen zu Aktiv-Werden

Insbesondere bei Beschlussprotokollen lassen Passivformulierungen oft die zentrale Botschaft aus:

«Die Strategie muss bis Ende Jahr neu formuliert werden.» Wer muss denn nun handeln? Sehr oft führen solche Passiv-Formulierungen dazu, dass sich keine/r betroffen fühlt – und bei der Folgesitzung festgestellt werden muss, dass niemand die Aufgabe erledigt hat.

Tipps&Tricks für erfolgreiche Kommunikation

Wie man zu kurzen Texten und Reden kommt 2

Um zu lange Texte oder Reden zu kürzen, soll man bewusst auf Inhalte verzichten, habe ich im letzten Beitrag geschrieben. Das ist natürlich einfacher gesagt als getan. Vor allem auch deshalb, weil durch das Löschen eines Absatzes oder gar mehrere Absätze die Übergänge nicht mehr stimmen. Nach dem Löschen geht es somit ans Umformulieren, damit der Lese- resp. Redefluss wieder stimmt. Das Resultat entspricht oft genau jenem Gefühl, das man beim Umformulieren hatte: ein Gebastel.

Der einfachere Weg, zu Texten und Reden von sinnvoller Länge zu finden, ist deshalb ein anderer:

Überlegen Sie sich, bevor Sie mit Formulieren loslegen,
was Sie Ihrem Zielpublikum mitteilen wollen.

Dieser Satz mag auf den ersten Blick trivial klingen – aber Vorsicht: Dahinter verbirgt sich einige Denkarbeit!

  1. Zielpublikum:
    Wer ist überhaupt Empfänger*in meiner Botschaft?
    Was wissen diese Leute über mein Fachgebiet?
    Was hat mein Fachgebiet mit ihrem persönlichen Alltag zu tun?

  2. Ziel:
    Was möchte ich bei den Empfänger*inne*n bewirken?
    – Sollen sie einfach mehr erfahren (Information)?
    – Oder sollen sie handeln, z.B. Mitglied werden, etwas bestellen, mich wählen, spenden, …? (Handlungsaufforderung)?

  3. Botschaften:
    Welches ist meine Hauptbotschaft? Falls Ihr Ziel ist, dass die Empfänger*inn*en eine bestimmte Handlung vornehmen (siehe oben), steht Ihre Hauptbotschaft bereits fest.

Neben der Hauptbotschaft haben Sie noch die Aufmerksamkeit für 2–3 Nebenbotschaften – nicht mehr. Überlegen Sie, welche 2 oder maximal 3 Nebenbotschaften Ihre Hauptbotschaft maximal unterstützen – und lassen Sie die anderen 5 oder 10 weg.

Tipps&Tricks für erfolgreiche Kommunikation

Wie man zu kurzen Texten und Reden kommt

Der Brief zieht sich über eineinhalb Seiten, die Medienmitteilung ist beinahe zwei Seiten lang, und die Rede resp. Präsentation ist auch länger, als die Traktandenliste Ihnen Zeit gibt… Kennen Sie das? Wer schon nicht!

Immer, wenn wir uns zu unserem Fachgebiet äussern sollen oder wollen, fällt uns sehr viel ein, das – aus unserer Sicht – spannend und wichtig ist. Und so fallen denn die ersten Entwürfe zu lange aus.

Der Trick mit der kleineren Schrift…

Nun gibt es natürlich Schlaumeier, die bei Texten einfach die Schrift verkleinern und bei Präsentationen schneller reden. Davon sei dringend abgeraten: Kleingedrucktes lesen wir ungern, und Schnellgesprochenes überfordert bald einmal das Ohr und Hirn der Zuhörenden.

Soll der Text resp. die Rede kürzer werden, gibt es nur eins: inhaltlich kürzen! Das heisst knallhart: Fakten weglassen, Aspekte weglassen! Und nicht etwa das anschauliche Beispiel streichen oder alle «Füllwörter» löschen – sonst erhalten wir zwar eine/n kurze/n, aber trockene/n Text/Rede im Lexikon-Stil.

Kürzen Sie schon vor dem Schreiben

Am besten, Sie überlegen sich noch vor dem Schreiben, was Sie sagen wollen. Die Natur hat uns ein tolles Hilfsmittel mitgegeben: Unsere Hände. An diesen befinden sich normalerweise genau so viele Finger, wie der Mensch maximal Argumente oder Aspekte aufnehmen kann. Maximal – das heisst: Lieber nur 3 statt 5.

Zugegeben: Streichen resp. Weglassen tut weh. Es fällt schwer, die Liste der 7 – aus eigener Sicht unerlässlichen! – Aspekte auf 3 oder 4 zu kürzen. Aber: Nehmen Sie das Kürzen noch vor dem Formulieren resp. dem Kreieren von Folien vor, sparen Sie viel Zeit und haben am Ende ein Ergebnis, das überzeugt. Denn Streichen in einem ausformulierten Text führt meist zu unschönen, weil geflickten Übergängen.

Ein kurzer Text oder eine kurze Rede mit nur 3 bis 4 Aspekten hat den Riesenvorteil, dass er gelesen resp. angehört wird und in Erinnerung bleibt.

Tipps&Tricks für erfolgreiche Kommunikation

Nicht nur Kürze, sondern auch Würze

Texte und Reden seien kurz, habe ich im letzten Beitrag geschrieben. Doch aufgepasst: Es gibt auch eine Grenze!

Die aufs Kürzeste reduzierten Texte finden sich in Lexika. Doch wer liest solche gerne?

Füllwörter sind nicht nur negativ

Damit Texte «fliessen», braucht es einige der oft verächtlich als «Füllwörter» bezeichnete Ausdrücke wie «somit», «nämlich», «durchaus», «im Allgemeinen» oder «übrigens». In der richtigen Dosis eingesetzt werden sie nämlich zu Würzwörtern.

Anregende Zusätze regen zum Lesen und Zuhören an

Auch braucht es anregende Zusätze wie Zitate, anschauliche Beispiele oder rhetorische Fragen. Die anregenden Zusätze und die dosiert eingesetzten Würzwörter machen aus einem nüchternen, technischen Text einen spannenden, abwechslungsreichen, persönlichen Text. Und: Konkrete Beispiele schaffen im Kopf des Zuhörers resp. der Leserin ein Bild. Dies führt dazu, dass die Botschaft nicht nur verstanden wird, sondern auch im Gedächtnis haften bleibt.

Das Dilemma zwischen Würze und Kürze

Dumm nur, dass Füllwörter und anregende Zusätze einen Text wieder verlängern… Wie Sie aus diesem Dilemma herausfinden, erfahren Sie im nächsten Beitrag.