UX-Design: clever statt nur cool und ästhetisch!

Tipps&Tricks für erfolgreiche Kommunikation

Rund um den Begriff der User Experience (kurz: UX) hat sich auch der Begriff UX‑Design etabliert – insbesondere im Bereich von Apps und Webauftritten, zunehmend auch für physische wie digitale Produkte und Dienstleistungen. UX ([ˌjuːˈeks]) steht für den Anspruch, dass Design längst nicht nur ästhetischen, sondern auch hohen funktionalen Ansprüchen genügen muss.

UX-Design basiert unter anderem auf folgenden Grundsätzen:

  • Klarheit und Sparsamkeit
    Verzicht auf Überflüssiges, auch bezüglich Gestaltungselemente und Kreativität, gezielte Begrenzung der Wahlmöglichkeiten (z. B. Navigationspunkte, Kacheln, Links und CTA‑Buttons) sowie bewusstes Portionieren umfangreicher Inhalte
  • Vertrautheit und Einhalten von Konventionen
    Aufbau auf Standards wie z. B. Logo oben links, Navigation oben quer, Login oben rechts,
    Einsatz bekannter Elemente (z. B. Buttons, Icons) und Farben (z. B. Rot für falsch, Grün für richtig)
    Prozessfortschritt von links nach rechts oder von oben nach unten.
  • Platzierung, Betonung, Balance
    gezieltes Platzieren von Inhalten aufgrund ihrer inhaltliche Nähe resp. ihrer Bedeutung, Verschaffen von Klarheit und Übersicht durch gezielte Symmetrie resp. Asymmetrie
  • Hierarchie und Abstand
    gezielter hierarchischer Aufbau von Aussagen/Elementen gemäss ihrer Wichtigkeit und ihrer inhaltlichen Nähe
  • Konsequenz und Konsistenz
    konsequenter Einsatz derselben Farbe/Gestaltungselemente für Gleichwertiges resp. Gleichartiges

Im Zentrum des UX-Design steht konsequent der Nutzer *die Nutzerin und sein*ihr Erlebnis. Ist es gut, fühlt sich die Nutzerin wohl, dann geht sie weiter im Prozess und macht, was wir uns wünschen – sie wird von der Surferin zur Kundin. Im Marketing nennt sich dies Conversion.

UX-Design bedeutet: konsequent Testen

Im UX‑Design gilt zudem: Testen statt Annahmen oder persönliche Vorlieben! Verschiedene Design-Varianten werden User-Tests unterzogen, um herauszufinden, welche besser is, d. h. das gewünschte Ergebnis bei den Nutzer*innen bringt. Somit entscheidet letztlich die Zielgruppe, welche Farbe/Form/Grösse der zentrale CTA‑Button hat – persönliche Vorlieben interner Entscheidungsträger, externer Mandatnehmerinnen oder sonstiger Kreativgeister bleiben aussen vor.

Für Texter*innen bedeutet UX‑Design, dass ihre Worte und Sätze adäquat inszeniert und damit valorisiert werden. Vorbei die Zeiten übergrosser Titel und Zwischentitel auf Websites, die kaum Wörter erlaubten oder aber sogleich 3- oder gar 4‑zeilig wurden! Vorbei die schnörkeligen Schriften, unlogischen Grössenverhältnisse und fehlenden Kontraste. Vorbei die Zeit wirrer («cooler») Platzierung von Elementen.

UX-Design wird sich durchsetzen – auch im Print

Zwar kommt UX‑Design zurzeit vor allem in der digitalen Welt zum Einsatz: Apps, Websites, Webshops, Newsletters, E‑Mailings. Doch ich bin überzeugt: Die Grundsätze des UX‑Design werden letztlich auch den analogen Bereich umkrempeln und sich im Bereich Print durchsetzen.

Texte spielen im UX-Design eine zentrale Rolle. Mehr zum Thema UX‑Writing im nächsten Beitrag.

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