Tipps&Tricks für erfolgreiche Kommunikation

Vermeiden Sie Fachwörter – oder der «Teenager-Test»

Woran denken Sie beim Wort «Vollzug»? Sehen Sie eine Person in einer Gefängniszelle sitzen? Dann geht es Ihnen wie der grossen Mehrheit: «Vollzug» wird meist mit «Strafvollzug» gleichgesetzt. Jurist*inn*en raufen sich darob die Haare. Denn Vollzug eines Gesetzes bedeutet nicht zwingend Strafvollzug, sondern meist einfach, dass bestehende Vorschriften tatsächlich umgesetzt werden.

Fachbegriffe gibt es längst nicht nur im Bereich Recht. Ich nenne dieses Beispiel lediglich, weil ich – während meiner Zeit in der Verwaltung – erlebte, wie sich Juristen darüber ärgern können, dass Nichtfachleute Ihre Fachsprache falsch verstehen.

Kommunizieren Sie tatsächlich unter Ihresgleichen?

Wenn Sie verstanden werden möchten, müssen Sie Ihr Vokabular deshalb an Ihr Zielpublikum anpassen. Sind es Leute aus Ihrem Fachgebiet? Wunderbar, da können Sie gerne zeigen, wie viele Fachbegriffe Ihnen geläufig sind. Bei Nichtfachleuten aber – und das ist gerade bei (potenziellen) Kund*inn*en sehr häufig der Fall –, müssen Sie Ihre Sprache anpassen.

Schreiben Sie einen Prospekt oder einen Mailing-Brief, ersetzen Sie die Fachbegriffe durch allgemein verständliche Wörter. Sind unter den Empfänger*innen vielleicht doch ein paar Fachleute, die mit Fachbegriffen zu beeindrucken wären, können Sie den jeweiligen Fachbegriff immer noch in Klammer hinter die Umschreibung setzen.

Erfahrungsgemäss merkt man selber oft gar nicht mehr, dass ein Begriff, der einem geläufig ist, für die grosse Mehrheit der Menschen einen unverständlichen Fachbegriff darstellt. Wollen Sie sicher sein, dass Sie sämtliche Fachbegriffe entfernt haben, gibt es einen einfache Trick: Legen Sie den fertige Text (das kann auch Ihr Referat sein) einer Nichtfachperson vor.

Auch wir sind oft Teenager…

Diese muss man oft gar nicht so weit suchen: zwar idealerweise ausserhalb der Firma (wegen der bekannten «Betriebsblindheit», die auch eine gewisse «Fachblindheit» beinhaltet), aber problemlos innerhalb der Familie oder des Freundeskreises.

Idealerweise geben Sie den Text übrigens Ihrer Tochter, Ihrem Sohn oder einem Kind aus dem Bekanntenkreis von ca. 12 Jahren. Denn, so sagt die Kommunikationswissenschaft, erwachsene Menschen sind bei Themen ausserhalb ihres Berufes und ihrer Hobbys auf dem Wissensstand eines/einer 12-Jährigen.

Versuchen Sie es: Legen Sie Ihren nächsten Kundenbrief einem Teenager vor und lassen Sie sich von ihm erklären, was er verstanden hat. Überwinden Sie den erlebten Frust und packen Sie die Chance, einen besseren Text zu formulieren – einen, den Ihre Wunschkund*inn*en tatsächlich verstehen.

Mehr zu den einzelnen Schritten in den nächsten Beiträgen:

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